15.06.2009
Letzte Ballett-Premiere dieser Spielzeit: Strawinsky-Projekt II am 20.06.2009!
Ein Komponist – Drei Tanzsprachen: Leipziger Ballett setzt Strawinsky-Projekt fort
Das Œuvre des russischen Komponisten Igor Strawinsky liest sich wie eine
komprimierte Geschichte des Tanzes im 20. Jahrhundert. In seinen Kompositionen sind
die drei Schritte vom Realismus des Handlungsballetts zum Klassizismus der 20er und
30er Jahre bis hin zur Abstraktion nachgezeichnet. Der zweite Teil der 2007/2008
initiierten Reihe „Strawinsky-Projekt“ des Leipziger Balletts zeigt drei
Tanzsprachen, die für drei ganz unterschiedliche Ansätze der choreografischen
Auseinandersetzung mit der Musik Strawinskys stehen.
Das Handlungsballett „Petruschka“ reicht zurück in die Zeit der Zusammenarbeit
Strawinskys mit der legendären Company Sergej Diaghilews, den „Ballets Russes“. Die
Handlung spielt mit dem Topos vom Theater auf dem Theater. Vor dem Hintergrund eines
traditionellen russischen Jahrmarktstreibens um 1830 werden die Puppen eines alten
Scharlatans zu den lebenden Protagonisten eines Eifersuchtsdramas. Die
Jahrmarktspuppe Petruschka verliebt sich unglücklich in die Ballerina und wird zu
guter Letzt von seinem Nebenbuhler, einem Mohren, erdolcht. Die Bühnenbilder von
Alexandre Benois, detailgetreue Rekonstruktionen der russischen Jahrmarkts- und
Kleidungstraditionen, verbinden Folklore und Nostalgie der Biedermeierzeit. Für
Leipzig studiert Ballettdirektor Paul Chalmer das Handlungsballett in der
Uraufführungstradition von Michail Fokin ein.
Knapp fünfzig Jahre später entstand mit „Agon“ ein Auftragswerk des New York City
Ballets, mit dessen Gründung George Balanchine die Tradition des russischen Balletts
nach Amerika holte. Das Stück, das jegliche Handlungsstruktur aufgibt, lebt von der
engen Korrespondenz zwischen Musik und Tanz. Es ist für zwölf Tänzer
choreographiert, analog zu den zwölf Sätzen der Suite von Strawinsky, die sich zum
Teil der musikalischen Technik der Zwölftonmusik bedienen. Kaum ein musikalischer
Einfall hat nicht eine Entsprechung im Tanz. So sind die Instrumentalgruppen den
unterschiedlichen Geschlechtern (vier Männer und acht Frauen) zugeordnet, die in
einen tänzerischen Wettstreit miteinander treten.
„Les Noces“, ursprünglich für Bronislawa Nijinska, die Schwester des
„Sacre“-Choreografen, komponiert, führt uns in die Gegenwart des Tanzes. Mauro
Bigonzetti, der künstlerische Leiter des „Aterballetto“, Italiens führender
zeitgenössischer Tanzkompanie, inszeniert in seiner Version von 2002 das Ritual
einer Hochzeit als Paraphrase vom ewigen Kampf der Geschlechter.
Axel Kober, derzeitiger Musikdirektor der Oper Leipzig, mit Beginn der Spielzeit
2009/10 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, leitet
das Gewandhauorchester. Ein Abend für Tanz- und Musikbegeisterte gleichermaßen!
FIREWORKS: Ouvertüre (konzertant)
AGON Ballett für zwölf Tänzer
Choreographie George Balanchine
Einstudierung Paul Boos
LES NOCES Russische Tanzszenen mit Gesang und Musik vier Bildern | Libretto von Igor
Strawinsky
Choreographie Mauro Bigonzetti
Bühne Fabrizio Montecchi
Kostüme Kristopher Millar, Lois Swandale
Licht Carlo Cerri
Einstudierung Sveva Berti
PETRUSCHKA Burleske Szenen in vier Bildern | Libretto von Igor Strawinsky und
Alexandre Benois
Choreographie, Inszenierung Paul Chalmer
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in der Tradition von Michail Fokin
Bühne, Kostüme in der Tradition von Alexandre Benois
Musikalische Leitung Axel Kober
<http://www.oper-leipzig.de/130.html?&L=0&tx_contagged_pi1%5BbackPid%5D=13&tx_contagged_pi1%5Bkey%5D=4&cHash=cf162a37a5>
Leipziger Ballett
Gewandhausorchester
PREMIERE
20.06.09, 19:00 Uhr
<http://www.oper-leipzig.de/ticketauswahl.html?&L=0&peid=48&CMD=date> , Opernhaus
WEITERE VORSTELLUNGEN
24.06.09, 19:30 Uhr
<http://www.oper-leipzig.de/ticketauswahl.html?&L=0&peid=295&CMD=date> , Opernhaus
28.06.09, 18:00 Uhr
<http://www.oper-leipzig.de/ticketauswahl.html?&L=0&peid=220&CMD=date> , Opernhaus
Sonja Riedel
Mitarbeiterin Presse
Oper Leipzig
Augustusplatz 12
04109 Leipzig
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